{"id":338,"date":"2018-05-03T10:00:44","date_gmt":"2018-05-03T08:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/lukasadrian.net\/?p=338"},"modified":"2019-01-01T15:57:08","modified_gmt":"2019-01-01T14:57:08","slug":"5-bella-italia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lukasadrian.net\/?p=338","title":{"rendered":"#5 Bella Italia"},"content":{"rendered":"<p>Italia, was soll man sagen, die Leute sprechen hier ein wenig italienisch, sonst deutsch. Es gibt Kn\u00f6del zum Essen, Weizenbier etc. Keinen Herrn mit Schnurrbart, einer Kochsch\u00fcrze und mit H\u00e4nden wild umher diskutierend. Keine Frau, die mit Geschirr umher wirft und dabei einen italienischen M\u00e4nnernamen ruft. Gut, es ist noch S\u00fcdtirol. Erst wenn die Alpen vorbei sein, werde ich diesen Leuten sicherlich begegnen.<\/p>\n<p>Erster Eindruck ist also nicht richtig italienisch. Dennoch ist es toll (wie fast alles was ich sehe, ich brauche wohl eine Brille). Es gibt Radwege, tolle Aussichten, alles bl\u00fcht, die Sonne scheint, alles wunderbar. Bis auf meine Komoot-App, die behauptet ich fahre in einem Berg.<br \/>\nEndlich nach vielen Bergabfahrten kam ich in Brixon an. Der einzige Camping-Platz war zu, doch an einer Tankstelle erhielt ich von einem Gast den Tipp, dass vor Brixon noch ein Camping-Platz sei. Hingefahren, duschen, essen, etc.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050886_27821145388_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050888_27821155138_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging es weiter abw\u00e4rts. Der Radweg ist zwar toll, man kann sich unterwegs Trinkwasser auff\u00fcllen lassen (gibt kleine Brunnen), die Stadt Klausen ist sensationell sch\u00f6n, aber mehr ist nicht. Man ist zwar von den riesigen Bergen umzingelt, immer tolle Ausblicke, aber der Weg zog sich wie Kaugummi. Ab und zu kam ein kleiner Tunnel. Zudem kam auch Gegenwind. Kann auch sein, dass meine Beine ein bisschen schlapper sind, schlie\u00dflich habe ich ca. 90 km mit dem Brenner hinter mir.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050892_41651045352_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050894_39883287280_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050897_27821131688_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Gut, dass heute ein Feiertag in Italien ist und alles zu hat, dachte ich. Zum Essen hatte ich nichts, au\u00dfer meiner Dosensuppe aus Deutschland, die endlich auch weggegessen wurde. Wildzelten w\u00fcrde nur an wenigen Stellen gehen. In Bozen wurde mir gesagt, es g\u00e4be einen Camping-Platz. Durch die Stadt durch, Berg hinauf, dann hie\u00df es: 27 EUR! Ich sagte, ich m\u00f6chte doch nur ein St\u00fcck Wiese f\u00fcr eine Nacht. Zudem habe ich gestern nur 12 bezahlt. Es sei nicht m\u00f6glich. Was ich gedacht habe, m\u00f6chte ich nicht \u00e4u\u00dfern \ud83d\ude42<br \/>\nAm Ortsausgang fand ich dennoch einen Eurospar (ist wohl sowas wie Spar), konnte also zum Gl\u00fcck noch was zum Essen kaufen. Manche Gesch\u00e4fte haben hier auch schon einmal Sonntags offen.<\/p>\n<p>Diese Aussichten sehen super aus, alles voller gr\u00fcner Berge.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050903_41740869752_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Als fuhr ich weiter, mit der Hoffnung noch eine Stelle zu finden. Mit Leuten unterhalten und einen Tipp mit dem Hotel Steiner bekommen, die auch Camping-Pl\u00e4tze haben. Also hin, 15 EUR mit allem drum und dran. Egal, bezahlt, gegessen, Bier getrunken und schlafen.<\/p>\n<p>Ich hing noch einen Tag dran, um meinem K\u00f6rper ein wenig Erholung zu geben. Leider versuchte ich die Zeit tot zu kriegen, sie ging einfach nicht um. Die Sonne schien permanent und kaum Wind. Ich mag die Sonne wirklich sehr, aber ich habe immer Fahrtwind, einen See oder sonst was. Oder es ist noch zu fr\u00fch f\u00fcr den Sommer f\u00fcr mich, muss mich daran gew\u00f6hnen. Wie dem auch sei, die Sonne knallt, kaum ein Platz zum Verstecken und es ist langweilig. Fast alle hier sind deutsche Urlauber mit Campingwagen.<br \/>\nMir wurde immer wieder Magnesium empfohlen, also holte ich das Zeug endlich. \u00dcberteuert nat\u00fcrlich (ca. 6 EUR) kaufte ich mir das, trank es und f\u00fchlte mich genau, irgendwie, genau wie vorher, nur mit einem anderen Geschmack im Mund.<br \/>\nAuf dem Weg zum Gesch\u00e4ft, wo ich recht lange einkaufen war, da mein Rad ja nicht dabei war und ich mich im Laden nicht beeilen musste, bekam ich Schmerzen in der Achillessehne. Kommt wohl manchmal vor. Das was kommt, geht auch wieder \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ab dem fr\u00fchen Nachmittag fing es auch noch an zu regnen. Also verbrachte ich die Zeit im Zelt mit lesen um gegen das Einschlafen zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Schade, dass S\u00fcdtirol so voll von Touristen ist. Was bedeutet, dass es ein wenig teurer ist. Zudem fehlten mir noch die kleinen Bauernh\u00f6fe. Ich habe kaum welche gesehen. Wahrscheinlich sind diese weiter in den Bergen, am Radweg sieht man eh nur den sehr schnell str\u00f6menden Fluss Etsch. Man wei\u00df manchmal nicht, ob und in welcher neuen Stadt man ist, was schade ist. Es fehlen meisten die Ortsschilder am Radweg. Aber das Problem hatte ich in Deutschland auch. Das ist auch ein gro\u00dfer Nachteil, wenn man mit Navi f\u00e4hrt, anstatt mit Karte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050898_41781932721_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Tolle Orte, immer wieder f\u00fchlt man sich wie in der Zeit zur\u00fcck versetzt<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050899_26914015537_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050901_41064805824_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050904_41740866442_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Am Morgen danach, als ich los wollte, fand ich noch jemanden aus Bochum, also gepackt und hin gefahren, unterhalten und weiter ging es. Es wehte ein Gegenwind, ich war nicht so richtig fit und irgendwie lustlos. Wahrscheinlich, da ich nicht wusste, wo ich schlafen sollte. Das bereitete mir irgendwie Kopfschmerzen. Ich schrieb zwar einige Leute an, aber es kamen entweder Absagen oder keine Antwort. Ich lie\u00df es auf mich zukommen.<br \/>\nIn Rovereto, als ich in einer Rockabilly-Bar sa\u00df, \u00fcberlegte ich, was nun. Meine einzige Zusage war leider nur 15 km von hier und 600 m hoch. Also fuhr ich weiter, ich lie\u00df es immer noch drauf ankommen. Es war schon gegen 19 Uhr herum.<\/p>\n<p>Als es langsam dunkel wurde, bekam ich von einer Frau einen Tipp, dass es eine coole Bar gleich hier gibt. Also hin zur &#8222;Bike Bar&#8220;. Kurz unterhalten und das Ergebnis sah dann so aus:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050926_39974733970_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Juhu, auf der Bar-Terrasse, ein wirklich guter Platz, da die Toilette gleich unten war, meine Iso mir die n\u00f6tige Weiche und W\u00e4rme gab und ah, alles war super. Auch die Leute, waren gut drauf. Grinsend ging ich kaputt um 22 Uhr schlafen.<\/p>\n<p>Morgens in der Bar noch einen starken Kaffee getrunken, mit anderen G\u00e4sten unterhalten und dann ging es weiter. Ich hatte pl\u00f6tzlich R\u00fcckenwind! Seit langem nicht mehr einen R\u00fcckenwind gesp\u00fcrt, zudem war ich noch gut drauf und raste mit fast 26 km\/h Richtung S\u00fcden. Das Ende der Alpen war ganz nah.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050929_41781870861_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050932_40882795935_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Typisch f\u00fcr Italien sind auch die Kirchen, irgendwie mag ich sie, sie sind so altert\u00fcmlich<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050931_40882798315_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Der ganze Weg bisher war vollst\u00e4ndig ein Radweg, also gro\u00dfen Respekt. Zudem waren dort immer wieder Trinkwasser-H\u00e4hne, super!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050935_26913923807_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Weiter ging es \u00fcber D\u00f6rfer, wo ich mit einem \u00e4lteren Radfahrer ein paar S\u00e4tze austauschte,<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050937_41781844881_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>an Burgen mit ihren tollen Stadtmauern vorbei<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050941_41740796122_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>und immer wieder Kirchen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050943_26913902837_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Nur hatte ich keinen Schlafplatz und unterwegs waren nur Weinfelder. Diese sind noch zu klein und zu offen, um dort sein Zelt aufzubauen. Also ab zur Pizzeria, fragen wo ich schlafen kann. Dort kriegte ich eine Cola spendiert und nach einem Telefonat bekam ich einen Tipp, wo es gro\u00dfe Weinfelder gibt. Ist zwar verboten, aber abends Zelt aufschlagen und morgens halt weg. Ich solle in der N\u00e4he an einer anderen Bar, bei einer Freundin von ihm, auf die Dunkelheit warten.<br \/>\nAlso dorthin gefahren. Es war ein gro\u00dfer Spielplatz mit einer Art Bar. Dort bekam ich von einem Herrn ein kleines Bier spendiert (wollte keins, musste aber). Wir unterhielten uns noch ca. 1 Std., irgendwie. Als er weg war, fuhr ich zu der Weinfarm hin, um mir das genauer anzuschauen. Naja, ganz offen und f\u00fcr alle einsehbar, kein gutes Gel\u00e4nde zum Schlafen.<br \/>\nIch kam in einem Dorf an und ging in eine Bar und fragte dort nach einem Schlafplatz. Nat\u00fcrlich war die halbe Bar davon betroffen und ich war Thema Nr.1 \ud83d\ude00<br \/>\nIch bekam ein bisschen Wein spendiert (kommt aus einer Art Zapfanlage, da hier sehr oft Wein getrunken wird), durfte noch ordentlich von dem Brot essen, was eigentlich f\u00fcr die G\u00e4ste war.<br \/>\nDanach musste ich einem Herrn auf dem Motorrad hinterherfahren. Er brachte mich an einen Spielplatz an ein Fu\u00dfball-Spielfeld. Hier k\u00f6nne ich zelten. Ich fragte: &#8222;Polizia?&#8220;, er sch\u00fcttelte mit dem Kopf: &#8222;Nooo.&#8220;. Also entlud ich meinen Esel in einer Ecke und wartete mit dem Buch &#8222;Johannes&#8220; auf die Dunkelheit. Ich h\u00f6rte Tiere, die ich zuvor noch nie geh\u00f6rt habe. Die kamen aus den Weinfeldern, die \u00fcberall waren. Zudem sah ich zum ersten Mal eine Tigerm\u00fccke, die mich stechen wollte.<br \/>\nIch baute sp\u00e4ter mein Zelt auf und ging schlafen. Ich schlief schlecht, da der Ort zu offen war und ich mag es nicht, so offen zu zelten. Ich wachte also immer wieder auf. Es fehlt mir noch die Gewohnheit, einfach \u00fcberall einzuschlafen. Je \u00f6fter man an solchen Orten schlafen geht, desto einfacher wird es.<br \/>\nEs ist also nicht immer alles so wunderbar romantisch etc., manchmal muss man auch einmal was hinnehmen. Daf\u00fcr erlebt man t\u00e4glich was neues und es ist erst mein Anfang!<\/p>\n<p>Gegen 06:30 Uhr stand ich auf, packte schnell zusammen, ohne waschen, ohne Fr\u00fchst\u00fcck, und ging aus dem Bereich raus, wo mir ein \u00e4lterer Herr die alten Fragen stellte: woher, wie lange, wohin, &#8230; Leider konnte er nur italienisch (ohne H\u00e4nde redend).<br \/>\nWenige Kilometer nach dem Dorf sah ich endlich zwischen all den ganzen Weinfeldern eine gute Stelle zum &#8222;duschen&#8220;, essen und kurz durchatmen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/3-italy\/p1050945_39974690560_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Leider gab es Gegenwind und viel Energie hatte ich an dem Tag nicht. &#8222;Frisch&#8220;, &#8222;sauber&#8220; und &#8222;satt&#8220; ging es weiter \u00fcber einige D\u00f6rfer. Unterwegs unterhielt ich mich mit einem \u00e4lteren Italiener auf seinem klapprigen Fahrrad. Er baut Wein an und ist wohl bekannt daf\u00fcr in der Gegend, sagte er. Auf die Frage, wie das Leben hier ist, sagte er mir: &#8222;Ach, die Politiker&#8230;&#8220;, naja, den Satz sagen die meisten in den meisten L\u00e4ndern \ud83d\ude42<br \/>\nWenige Kilometer weiter, als ich zwei Radfahrer nach einem Supermarkt fragte (der hatte in dem Dorf offen, obwohl es Sonntag war. Einige Gesch\u00e4fte haben begrenzt Sonntags und an Feiertagen ge\u00f6ffnet), musste ich die Standard-Fragen beantworten: Wie lange unterwegs, wo kommst du her, wie viele Kilometer am Tag, welche Route, wie lange brauche ich zu meinem Ziel. Zu Viert, da noch 2 Frauen hinzukamen, sahen die mich an und ich glaube sie hatten Staunen, Freude und auch ihren Spa\u00df mit mir \ud83d\ude00<br \/>\nIm Laden blieb ich lange, da ich keinen gro\u00dfen Appetit hatte.<br \/>\nEs ging weiter \u00fcber Weinfelder, einige Orte, meistens \u00fcber Landstra\u00dfen Richtung Vicenza. Kurz vor der Stadteinfahrt fr\u00fchst\u00fcckte ich nochmal an einer Bushaltestelle.<br \/>\nDie Stadteinfahrt war l\u00f6cherig und nicht gerade mit B\u00fcrgersteigen \u00fcbers\u00e4ht, zudem gab es kaum WIFI in den Bars. Dann endlich in der Innenstadt, wo ein Russe und ein Ukrainer mich ansprachen und eine Polin, die dort arbeitete, mir von italienisch auf polnisch \u00dcbernachtungsanzeigen \u00fcbersetzte, fand ich ein Hostel \u00fcber das kostenlose und ohne Passwort zug\u00e4ngliche Internet.<br \/>\nF\u00fcr 22 EUR pro \u00dcbernachtung mit Fr\u00fchst\u00fcck in einem 6 Personen-Zimmer. Wir waren zu Dritt (ein Chilene, ein Italiener, der Softwareentwickler ist, und ich). Zwei Tage blieb ich hier.<\/p>\n<p>Leider ist mein 2. Tag nicht so gelaufen, wie ich es gerne gehabt h\u00e4tte, was jetzt aber auch kein Weltuntergang war.<\/p>\n<p>Doch zuvor etwas typisch Lukas: Ich war im Eurospar einkaufen, da ich noch Essen f\u00fcr diesen und den n\u00e4chsten Tag brauchte. Gut, einiges ausgew\u00e4hlt, nat\u00fcrlich durch den leeren Magen zu viel, aber alles haltbar. Nun wollte ich zur Kasse und stehe verbl\u00fcfft da: Die Leute scannen ihre Sachen selber! Drei Scan-St\u00e4nde waren dort. Keine Verk\u00e4uferin, die die Sachen scannt. Ich kenne das aus dem IKEA, auch schon mal im Lebensmittelladen in Estland gesehen, aber nun muss ich das machen! Das konnte ja nur schief gehen, dachte ich. Als ich dran kommen sollte, bildete sich direkt eine lange Schlage.<br \/>\nIch tat nat\u00fcrlich so, als w\u00e4re alles normal f\u00fcr mich. Als Sprache w\u00e4hlte ich deutsch. Nat\u00fcrlich war die Stimme sehr laut. Es kam die Anweisung: &#8222;Bitte scannen Sie ihr Produkt!&#8220; Ich scannte meine erste Wasserflasche.\u00a0&#8222;Bitte legen Sie das Produkt auf die Fl\u00e4che!&#8220; Also getan und legte sie neben dem Ger\u00e4t auf eine Metallplattform. &#8222;Bitte geben Sie die Anzahl an!&#8220; Ich tippte &#8222;2&#8220; ein und legte die zweite Flasche neben die andere. Direkt kam ein lauter Alarm mit der Aufschrift &#8222;Personal ben\u00f6tigt&#8220; und noch was auf italienisch. Die Leute guckten alle. Der Mann von der Security machte etwas und es ging weiter. Ich scannte weiter die Sachen ein, aber es kam keine Abfrage mehr nach der Anzahl. Nur bei den Wasserflaschen, die ich zuf\u00e4llig 2x hatte. Immer wieder das laute\u00a0&#8222;Bitte scannen Sie ihr Produkt!&#8220;\u00a0&#8222;Bitte legen Sie das Produkt auf die Fl\u00e4che!&#8220;<br \/>\nLeider gab es keinen Wein in kleinen Flaschen, somit musste ich auf ein ekelhaftes italienisches Bier umsteigen. Dann kam die Meldung &#8222;Pr\u00fcfung notwendig!&#8220; Nat\u00fcrlich mit lauter Stimme und Signalton. Umgeschaut, egal, weiter flei\u00dfig gescannt. Inzwischen war die Schlange wirklich lang, so dass eine Verk\u00e4uferin sich an die Kasse setzte. Meine Abstellplatte war randvoll, ich fing an Tetris zu spielen. Dann das letzte Produkt eingescannt. Endlich! &#8222;Anzahl T\u00fcten?&#8220;, &#8222;2&#8220; eingetippt. Durch Beobachtung wusste ich, wo der Schein rein musste. Zack, geschafft. 13 EUR \u00e4rmer geworden, Essen f\u00fcr 2 Tage geholt. So, nun konnte mir nichts mehr passieren. Alles sch\u00f6n falsch in die T\u00fcten verpackt, so dass die scharfen Kanten die BIO-T\u00fcten langsam aufrissen (ich habe es nachher korrigiert, so bl\u00f6d bin ich nicht, meistens zumindest \ud83d\ude00 ) und wollte einfach mal rausspazieren. Naja, beim Polen kommt immer direkt die Alarmanlage \ud83d\ude00 Ich stand da und wusste nicht weiter. Die Leute guckten wieder. Die Verk\u00e4uferin winkte mich einfach raus. Ich war froh aus dem Laden raus zu sein. Dort gehe ich nie wieder hin, sagte ich mir \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Noch zu einem Unterschied zu Deutschland: Wenn man z.B. Br\u00f6tchen kauft, zieht man immer einen Folienhandschuh an, nimmt die Backsachen raus, wiegt sie und tippt die Nummer ein. Genau wie beim Gem\u00fcse.<br \/>\nAnsonsten sind die Produkte recht \u00e4hnlich, nat\u00fcrlich wird mehr Wein angeboten, sogar in 5 Litern Flaschen, aber sonst ist es wirklich \u00e4hnlich. Einige Sachen kosten gleich, einige sind ein bisschen preiswerter, einige ein wenig teurer, kaum Unterschiede gesehen. Nat\u00fcrlich gibt es auch kleine Dorfl\u00e4den, wo die Produkte extra hingebracht werden m\u00fcssen, die dann auch etwas mehr kosten. Aber das ist in Deutschland genauso.<\/p>\n<p>Nun geht es weiter, was ich fast den ganzen Tag gemacht habe, au\u00dfer Einkaufen und W\u00e4sche waschen:<br \/>\nIch habe lange, wirklich sehr lange, gebraucht um eine sehr preiswerte \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit zu finden. Diese sollte einigerma\u00dfen auf meiner Route sein, also keinen gewaltigen Umweg erfordern, nicht zu nah an Vicenza dran sein und nat\u00fcrlich\u00a0<span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: transparent; color: #333333; cursor: text; font-family: Georgia,'Times New Roman','Bitstream Charter',Times,serif; font-size: 16px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">auch<\/span> nicht zu weit weg. Ich wollte n\u00e4mlich so viel wie m\u00f6glich an Kraft f\u00fcr die Berge in Slowenien\/Kroatien mitnehmen und mir alles genau einteilen, einfach nur so. \u00dcber google, warmshowers und couchsurfing fand ich nichts. Erst \u00fcber Airbnb (was mich immer mehr begeistert) konnte ich einen Campingplatz finden mit Bio Anbau. Der Platz ist ca. 15 km von Venedig entfernt, liegt aber leider nur 60 km entfernt. Also beschloss ich noch einen Umweg ans Meer zu machen und komme somit auf ca. 90 km. Das war nur meine Routenberechnung, mal schauen wie die Realit\u00e4t aussehen wird.<\/p>\n<p>Eigentlich wollte ich noch was \u00fcber Vicenza schreiben, aber einen 2. Wikipedia-Artikel zu verfassen, macht wohl keinen Sinn. Ich kann nur so viel sagen, dass ich in den St\u00e4dten immer nur das altert\u00fcmliche sehe, ich rieche den Mist der Tiere, ich sehe die freilaufenden H\u00fchner, die Marktverk\u00e4ufer, die Heureste an den R\u00e4ndern und so weiter.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Italia, was soll man sagen, die Leute sprechen hier ein wenig italienisch, sonst deutsch. Es gibt Kn\u00f6del zum Essen, Weizenbier etc. Keinen Herrn mit Schnurrbart, einer Kochsch\u00fcrze und mit H\u00e4nden wild umher diskutierend. Keine Frau, die mit Geschirr umher wirft und dabei einen italienischen M\u00e4nnernamen ruft. Gut, es ist noch S\u00fcdtirol. 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