{"id":424,"date":"2018-05-20T18:56:26","date_gmt":"2018-05-20T16:56:26","guid":{"rendered":"http:\/\/lukasadrian.net\/?p=424"},"modified":"2019-01-03T12:11:32","modified_gmt":"2019-01-03T11:11:32","slug":"9-wieder-kroatien-wieder-ein-wenig-bosnien-und-herzegowina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lukasadrian.net\/?p=424","title":{"rendered":"#9 Wieder Kroatien, wieder ein wenig Bosnien und Herzegowina"},"content":{"rendered":"<p>In dem Hostel in Gradi\u0161ka war nur der Rick aus den USA, der schon einige Fahrten auf dem Rad unternommen hat. Mein englisch, naja, ich wei\u00df, dass es in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten besser wird \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Interessant fand ich, dass er mit 10 kg Gep\u00e4ckt reist, alles aufs Minimum gehalten, w\u00e4hrend ich ca. 25 kg habe.<br \/>\nAber jeder hat andere Anspr\u00fcche, denn diese 25 kg sind f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate oder gar Jahre mein zu Hause. Wieso sollte ich also auf meinen Bademantel und meinen Pyjama verzichten m\u00fcssen? Nat\u00fcrlich war das ein Scherz, aber ich koche, zelte wild, ich brauche mehr Kleidung, einen Rechner (\u00fcber 3 kg), etc. Es ist halt mein zu Hause f\u00fcr eine lange Zeit.<!--more--><\/p>\n<p>Wie dem auch sei, der erste Eindruck war, dass BuH (Bosnien und Herzegowina) \u00e4rmer ist. Aber ich war halt nur in einer einzigen Stadt und kann dazu nicht mehr sagen.<br \/>\nAbends sa\u00dfen die Leute in den Bars, sangen zum Teil, hatten halt ihren Spa\u00df. Ich war mit Rick essen, in einem Lokal das mich sehr stark an eine kommunistische Zeit erinnerte: Die K\u00f6chin in einem wei\u00dfen Kittel, vieles geflie\u00dft, preiswert nat\u00fcrlich auch, ein wenig verraucht.<br \/>\nWitzig war auch der Kellner, als er erstmal Rick ansprach: &#8222;Trump, very good!&#8220;, zeigte dabei den Daumen hoch. Sp\u00e4ter zu mir: &#8222;Lewandowski, very good!&#8220; und zeigte den Daumen wieder hoch. Beim rausgehen sagte er noch zu mir: &#8222;Deutschland, very good&#8220; und zeigte \u00fcberraschenderweise den Daumen hoch. Nett war er und hat sich wirklich um uns und auch andere G\u00e4ste bem\u00fcht.<\/p>\n<p>In dem Hostel sah ich zum ersten Mal ein Waschbecken f\u00fcr Kinder, direkt am Klo. F\u00fcr mich zum H\u00e4nde waschen und Z\u00e4hne putzen nat\u00fcrlich zu tief, aber interessant auf jeden Fall:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/6-bosnia-and-herzegovina\/p1060143_41450900794_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Rick fuhr am Morgen weiter in den S\u00fcden (er hat mehr in Europa gesehen als ich \ud83d\ude00 ), w\u00e4hrend ich einen Tag ganz alleine in dem 6-Betten-Zimmer verbrachte. Ich suchte in der Stadt Sportgesch\u00e4fte auf und ging auch Lebensmittel einkaufen. Abends ging ich in ein Restaurant.<br \/>\nIn dem Restaurant wurde aus einem &#8222;eat&#8220; ein &#8222;\u0106evapi&#8220; bzw. auf  dt. eher \u0106evap\u010di\u0107i. Ich dachte, ich sollte eine Karte kriegen und sie sagte irgendwas von 10 min. Ok, wenn die Karte ggf. erst gedruckt werden sollte. Dann kam sie mit einem Teller \u0106evapi.<br \/>\nOk, war super lecker, mal wieder. Das Problem leider war, ich hatte Hunger und zwar richtig Hunger. Ich bezahlte die 5 KM (ca. 2,50 EUR) und ging in ein weiteres Restaurant.<br \/>\nDort gab es eine Karte und einen Kellner der mich beriet. Ich bestellte mir ein Bier und dann H\u00e4hnchenbrust mit einer Pilzso\u00dfe. Wieder sehr lecker. Bezahlt habe ich 10 KM (5 EUR).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/6-bosnia-and-herzegovina\/p1060142_41450903354_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Das Essen hier ist wirklich sehr lecker, ich denke genau wie im ganzen Balkan. Ich denke, man kann wenig falsch machen.<br \/>\nEin gro\u00dfes Problem ist da noch: Die tun echt Essig in den Salat und machen den somit kaputt. Ich kann Essig nicht ausstehen und er geh\u00f6rt am besten in die Toilette rein. Dieser ekelhafte Saft, der sich dann auf dem Salat-Teller unten absetzt, wird der noch getrunken? So kriegt man auch jeden Hunger weg.<\/p>\n<p>Super fand ich noch, dass es auch hier in fast allen Lokalen kostenlos WIFI gibt.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag sollte ich wieder zur\u00fcck nach Kroatien fahren, wo ich wieder mal in einem Hostel in Slavonski Brod schlafen sollte.<br \/>\nDer Weg f\u00fchrte mich erstmal zur Grenze, wo ganze 3 Autos vor mir standen. Dann weiter, wieder \u00fcber diese endlose H\u00e4userreihe, nur diesmal kam mehr Abwechslung. Alle gef\u00fchlte 20 km ein ganz kleiner Park. Der Weg war sehr eben, ich hatte leichten R\u00fcckenwind (WOW!). Dennoch konnte ich kaum Pl\u00e4tze zum pinkeln finden.<\/p>\n<p>Dann endlich nach \u00fcber 90 km kam ich gegen 16 Uhr am Hostel an. Ich ging in die Einfahrt, dann noch mal um die Ecke und drau\u00dfen sa\u00df nur eine Omi mit einem Kopftuch auf ihrem Stuhl. Sonst niemand. Sie h\u00f6rte schlecht und verstand mich nicht. Sie zeigte auf die Telefonnummer, wo ich anrufen sollte. Also Handy raus, leider konnte ich keine Verbindung zum Netz aufbauen. Im Hostel gab es auch kein Festnetz, kein WIFI. Also raus auf die Strasse, Leute angesprochen (zum Gl\u00fcck sprach eine nette Dame deutsch) und schon war alles erledigt. 10 Min. sp\u00e4ter kam eine Frau, bei der ich dann ca. 11 EUR f\u00fcr eine \u00dcbernachtung bezahlt habe. Ich war ganz alleine im kompletten Hostel, mit der Omi. WIFI wurde abgeklemmt, warum auch immer.<\/p>\n<p>In der Stadt hatte ich dann WIFI (normal halt) und konnte ein wenig mit der Heimat kommunizieren. Zudem war ich noch einkaufen.<\/p>\n<p>Am morgen fuhr ich weiter, wieder zum Teil durch diese H\u00e4userreihen, bog dann sp\u00e4ter aber s\u00fcdlich Richtung \u0160amac ab. Vor der Grenze wurde ich noch meine restlichen Kunats (kroatische W\u00e4hrung) in einem kleinen Laden los. Die h\u00fcbsche Dame war dabei hilfsbereit und wir unterhielten uns noch an der Ladent\u00fcr. Ich packte den Kleimkram ein und zog dann winkend weiter. Wieder zur Grenze Bosnien und Herzegowinas. Ich unterhielt mich zuerst mit dem Beamten auf der kroatischen Seite und fuhr weiter.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/6-bosnia-and-herzegovina\/p1060145_27300548537_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Auf der BuH-Seite unterhielt ich mich dann wieder mit den Beamten, dabei entstand ein kleiner Stau. Aber man darf ja mal quatschen \ud83d\ude42 Nur kein Stress.<\/p>\n<p>Ich fuhr dann durch einige bosnischen Nebenstrassen, die einige nette H\u00e4user zeigten. Aber auch durch eine steinige Strasse, wo ich wieder Panik vor einem Platten hatte.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n an einem See vorbei<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/6-bosnia-and-herzegovina\/p1060146_27300545807_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Ich sah auf einem Schutthaufen 2 kleinere Hunde, die dort was gesucht haben. Ob die ausgesetzt wurden, kann ich nicht sagen. Beide schauten mich an, als ich stehen blieb. Danach fuhr ich weiter, kann sein, dass die zu jemanden geh\u00f6ren, da die H\u00e4user oft keinen Zaun haben. Falls die keinem geh\u00f6ren, w\u00fcrden die so wie so \u00fcberleben und mitnehmen kann ich sie nicht.<\/p>\n<p>Dann endlich kam ich auf die Hauptstrasse Richtung Br\u010dko. In der Stadt erstmal ins Zentrum gefahren, wo es WIFI gibt um die genaue Adresse des Guest House zu finden. Hingefahren, f\u00fcr 2 N\u00e4chte 24 EUR bezahlt und ich hatte mein eigenes Zimmer. Ich hatte wieder \u00fcber 90 km hinter mir. Leider spinnt mein GPS wieder mal. Ich \u00fcberlege mir ein anderes Smartphone zuzulegen.<br \/>\nIm Guest House durfte ich zudem die Waschmaschine nutzen und hatte eine Kochplatte! Was f\u00fcr ein Luxus!<\/p>\n<p>Am selben Tag ging ich noch essen. F\u00fcr 10 KM (5 EUR) erhielt ich \u0106evapi mit Schinken und K\u00e4se, etwas zu trinken und dazu 2 Fladenbrote. Es war so lecker, mal wieder. Das kleine Lokal hat mir zudem sehr gut gefallen. Die Musik mit ihrem arab. Einfluss war Balkanmusik. Auch die Aufmachung mit den Holzst\u00fchlen, dem Kellner, der zur Musik summte, alles war perfekt.<\/p>\n<p>Geschlafen habe ich wie ein Baby und am n\u00e4chsten Tag suchte ich in der Stadt einige Sportl\u00e4den nach Billigsportklamotten ab. Leider nur Markenware und Boutiquen. F\u00fcr eine kurze Hose 15 EUR auszugeben, die dann sp\u00e4ter ggf. dreckig im M\u00fcll landet, ist mir das Geld zu schade. Also ging ich Lebensmittel einkaufen, schaute mir das Zentrum an. Dort waren sehr viele Kaffees etc., also wie es im Zenrum halt so ist. Ich beschloss abends nicht essen zu gehen und kochte stattdessen im Guest House.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/6-bosnia-and-herzegovina\/p1060149_27300543567_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/6-bosnia-and-herzegovina\/p1060151_41271359415_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/6-bosnia-and-herzegovina\/p1060154_41271342635_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/6-bosnia-and-herzegovina\/p1060152_41271354265_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Ich empfinde diese Stadt als sehr viel sch\u00f6ner, sie hat mehr M\u00f6glichkeiten, ist aber auch moderner. Doch je moderner, um so mehr wurde es ggf. auch zerst\u00f6rt damals. Die genaue Geschichte kenne ich allerdings nicht.<\/p>\n<p>Noch was zu Bosnien und Herzegowina: Fast die H\u00e4lfte der Menschen sind hier Muslime (Bosniaken), so dass man zu bestimmten Uhrzeiten die muslimischen Ges\u00e4nge h\u00f6rt. Ich h\u00f6rte sie zum ersten Mal in Gradi\u0161ka, hier in Br\u010dko h\u00f6rt man sogar mehrere.<br \/>\nIch finde das faszinierend und war gl\u00fccklich zum ersten mal so was geh\u00f6rt zu haben. Eine neue Kultur, neue Religion und ich freue mich schon auf die weiteren L\u00e4nder.<br \/>\nAu\u00dferdem stehen hier viele Texte in lateinischer, aber auch in kyrillischer Schrift.<br \/>\nBosnien und Herzegowina ist zudem noch in drei verschiedene Gruppen aufgeteilt, Bosniaken, Serben und Kroaten.<\/p>\n<p>Ich wurde noch von der Guest House Besitzerin ins Cafe eingeladen (danke daf\u00fcr!), wobei ich auch einiges \u00fcber das Leben in BuH erfahren konnte. Es ist halt \u00e4hnlich wie in den anderen Balkan-Staaten, man k\u00e4mpft sich halt durch. F\u00fcr einige ist es einfacher, f\u00fcr andere schwieriger.<\/p>\n<p>Meine n\u00e4chste Route f\u00fchrte mich ca. 50 km durch BuH nach Serbien. Es passierte nicht wirklich viel, au\u00dfer dass ich in einem kleinen Dorf, abseits der Hauptstra\u00dfe, von einem deutschsprachigen \u00e4lteren Herrn f\u00fcr eine Stunde zum quatschen eingeladen worden bin. Er gab mir auch einen Slimowic, ich g\u00f6nnte mir den einen. Ist aber in dieser Region wohl normal. Ablehnen ist ja unh\u00f6flich.<br \/>\nDer Herr ist \u00f6fter in \u00d6sterreich, so dass er auch deutsch kann. Es ging weiter auf die Hauptstra\u00dfe, wo der Verkehr, der zum Gl\u00fcck nicht allzu stark war, mich dennoch nervte.<\/p>\n<p>Die Grenze kam n\u00e4her und ein neues Land, Serbien sollte kommen. Wobei das nur eine Grenze ist, regional gibt es wie in jedem Land noch viele Unterschiede. Einen Stempel sp\u00e4ter war ich dr\u00fcben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem Hostel in Gradi\u0161ka war nur der Rick aus den USA, der schon einige Fahrten auf dem Rad unternommen hat. 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