{"id":494,"date":"2018-06-25T19:27:16","date_gmt":"2018-06-25T17:27:16","guid":{"rendered":"http:\/\/lukasadrian.net\/?p=494"},"modified":"2019-01-05T15:29:03","modified_gmt":"2019-01-05T14:29:03","slug":"14-tuerkei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lukasadrian.net\/?p=494","title":{"rendered":"#14 T\u00fcrkei"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mich tierisch auf die T\u00fcrkei gefreut und konnte es kaum erwarten. Ich hatte keine Ahnung was auf mich zu kommt, wie die Landschaft aussieht, ich wusste nur, dass die Menschen unheimlich nett sind (mal wieder ein Land mit netten Menschen \ud83d\ude00 )<\/p>\n<p>Stempel erhalten und los ging es Richtung Ipsala.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060487_29034262038_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><!--more-->In meiner ersten Stadt in der T\u00fcrkei war der erster Eindruck: viele Rollerfahrer, bisschen chaotischer Verkehr, noch mehr Gehupe. Das Hupen ist nicht negativ gemeint, damit signalisiert man nur: ICH KOMME.<br \/>\nMein Herz klopfte und ich hatte von nichts eine Ahnung. Ich wusste nur, dass gerade Ramadan war. Ich wusste nicht mal, ob ich was zu Essen kriege, ob ich jetzt was essen darf, allein aus Respekt, absolut nichts.<br \/>\nIch hob erstmal Geld ab und sah, dass einige T\u00fcrken doch was essen und kurze Zeit sp\u00e4ter fand ich eine kleine Bude, die mir Brot mit Fleisch verkauft hat. Dazu trank ich Ayran (das, was ich seitdem jeden Tag trinke). Wir gingen kurz noch ein wenig Obst einkaufen und sahen, dass die Preise zum Gl\u00fcck nicht auf EURO-Niveau sind.<\/p>\n<p>In der N\u00e4he war ein Markt, den ich kurz besichtigte. Viel Kleidung wurde verkauft, \u00e4hnlich wie auf deutschen Flohm\u00e4rkten. Dann ging ich in einen Gang hinein und staunte nicht schlecht: Nur Obst- und Gem\u00fcse-H\u00e4ndler, alles m\u00f6gliche, tollste Ger\u00fcche, wie im Paradies! Ich ging einen anderen Weg zur\u00fcck an Tischen mit verschiedensten K\u00e4se- und Olivensorten vorbei. Ich bin fast umgefallen vor Freude. Seit dem konnte ich mein Grinsen an diesem Tag kaum mehr wegkriegen, dazu sp\u00e4ter noch mehr. Ich ging zur\u00fcck zum Fahrrad und kurz darauf fuhren wir los.<\/p>\n<p>Michael lie\u00df kurz das Fahrrad drau\u00dfen stehen und guckte dann erstaunt auf sein Tacho<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/img_20180613_153521_42188220824_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Wir entschieden uns nicht nach Instanbul zu fahren, sondern nach Enez, um wieder am Meer zu sein und uns was anzuschauen. Nach ca. 20 km, als wir an einer Tankstelle Rast machten, da die Hitze doch schon zu sp\u00fcren war und wir irgendwie schwere Beine hatten, entschieden wir uns spontan nach Erikli ans Meer zu fahren.<\/p>\n<p>Die Route f\u00fchrte uns erstmal \u00fcber staubige Schotterwege an Reisanbau-Kan\u00e4len entlang, wo man hin und wieder Ziegenhirten traf.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060491_42005600975_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/img_20180613_173848_28037867007_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Der Durst war schon gro\u00df und an einem H\u00e4uschen fragten wir nach Wasser und erhielten gleich Eiswasser in der Flasche. WOW! Auf die Hunde mussten wir bis dahin immer wieder achten, aber normalerweise liefen die nur bellend neben einem her, keiner hat bisher versucht zu bei\u00dfen.<\/p>\n<p>Einen kleinen H\u00fcgel hoch ging es \u00fcber eine steppenartige Landschaft Richtung Berge.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060493_42005585745_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/img_20180613_182216_29034325688_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060496_41096126320_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060500_28037723217_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Trotz der ganzen Anstrengung konnte ich mein Grinsen immer noch nicht wegkriegen, ich war sowas von begeistert und \u00fcbergl\u00fccklich hier zu sein. Ich war sehr gut gelaunt.<\/p>\n<p>Wir nutzen auch jeden Wasserkran, den wir unterwegs fanden, um uns abzuk\u00fchlen und die Wasservorr\u00e4te aufzuf\u00fcllen.<br \/>\nAls wir dann einen kleinen H\u00fcgel runterfuhren, fuhr ich leider in einen kleinen Sandhaufen rein, da mir ein Auto entgegen kam. Schon lag ich im Schotter. Au\u00dfer ein paar kleinen Sch\u00fcrfwunden am Ellenbogen war alles ok. Bisschen Dreck tut dem K\u00f6rper ja gut \ud83d\ude42 War aber immer noch am grinsen vor Begeisterung.<\/p>\n<p>Langsam wurde es dunkler und das Meer war immer noch einige Kilometer entfernt und es ging immer wieder ein wenig hoch und runter, von 50 m auf 200 m. Das liest sich wenig, aber wenn man fast 100 km hinter sich hat und noch Gep\u00e4ck, kann das viel sein. Daf\u00fcr hatten wir auch wundersch\u00f6ne Aussichten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/img_20180614_055523_42188246324_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>An diesem Tag machten wir ca. 107 km.<br \/>\nWir blieben auch am n\u00e4chsten Tag hier, um uns umzuschauen, etwas zu essen und einfach ein wenig auszuruhen. Es ist ein t\u00fcrkischer Urlaubsort, fast alle sprachen t\u00fcrkisch. Wir tranken den t\u00fcrkischen Tee \u00c7ay, a\u00dfen einiges, genossen die Sonne und beschlossen noch am selben Tag nach \u00c7anakkale zu fahren. Es w\u00e4ren ca. 2 Tage Reise, am 1. Tag w\u00fcrden wir wenig fahren, am n\u00e4chsten den Rest bis Eceabat, dann mit der F\u00e4hre von der Halbinsel runter.<\/p>\n<p>Die Route f\u00fchrte uns \u00fcber bergige und steinige Landschaften, wo wir wieder am Strand einen wundersch\u00f6nen Schlafplatz fanden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060513_42857995752_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/img_20180614_185058_42188244784_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060515_42188036094_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Mein Grinsen war zum Teil aber weg, daf\u00fcr war die Freude nur noch im Inneren. Ich war die ganze Zeit sehr gl\u00fccklich und habe mich in das Land direkt verliebt. Vielleicht lag es auch an der Fremde, ich wei\u00df es nicht.<\/p>\n<p>In einem Dorf, wo wir was zum Essen bestellen wollten, wussten wir nicht, ob wir endlich was bestellt haben oder nicht. Wir sprachen mit jemanden, der uns auf t\u00fcrkisch sagte, was das ist. Wir dachten, wir h\u00e4tten das Essen bestellt. Aber es war nur ein netter Gast. Also mussten wir das Essen bei verschiedenen Leuten insgesamt 3x bestellen und wir hofften am Ende, das wir auch das richtige kriegen w\u00fcrden \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter unterwegs an Ruinen aus dem 1. Weltkrieg entlang, durch D\u00f6rfer, \u00fcber Schotterwege, bis wir an einen Ort kamen, der schlimmer kaum sein kann:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060523_42188023844_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Bei einer Videoaufnahme, w\u00e4hrend ich eine Stra\u00dfe runter fuhr, erwischte ich ein Schlagloch, verlor die Kontrolle und lag wieder da. Alles sogar auf Video. Mir ist nichts passiert, da ich eher langsamer fuhr, wegen der L\u00f6cher halt.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein &#8222;Strand&#8220;, mehr Menschen als Platz \ud83d\ude00<br \/>\nZum Gl\u00fcck fuhren wir nur durch den Ort durch.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060524_42188017664_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060525_42906272241_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Kurz vor Eceabat suchten wir einen Schlafplatz, damit wir ein wenig fr\u00fcher in \u00c7anakkale sein w\u00fcrden. Dort w\u00fcrden wir dann in ein Hostel oder Guest House gehen und auch mal normal duschen. Wir suchten einen Platz in der N\u00e4he eines Strandes, der nicht gerade einladend aussah, da dort M\u00fcll herum schwamm.<br \/>\nDort war eine kleine Weide und das war unser Lager.<\/p>\n<p>Hier sitze ich auf der Wiese.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/img_20180615_205153_29034352198_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>In Eceabat recht fr\u00fch angekommen, nahmen wir die F\u00e4hre und schon waren wir kurze Zeit sp\u00e4ter in \u00c7anakkale auf der Suche nach WIFI um ein Hostel zu finden. Leider war Wochenende und wir fanden ein Hostel mit einem 16-Bett-Zimmer, wo schon ca. 6 Leute waren. Wir schauten uns die Stadt ein wenig an und suchten das einzige vegetarische Restaurant, zwischen all den Kebab-Buden. Leider sind die Pleite gegangen. Also mussten wir Fleisch essen (Michael ist Vegetarier, leider musste er auch dadurch). Die Suche war im halben Zentrum also erfolglos, eine Kebab-Bude neben der anderen. Dann entdeckten wir die andere H\u00e4lfte, Pizzerien, Fischbuden, Nudeln, etc. \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Wir wollte nur einen Tag bleiben und uns dann Richtung Istanbul auf dem Weg machen. Die Fahrt w\u00fcrde 2 Tage dauern (ca. 160 km bis zur F\u00e4hre in Band\u0131rma) In Istanbul k\u00f6nnten wir dann bei einem alten guten Freund von mir \u00fcbernachten.<\/p>\n<p>Morgens machten wir uns startklar. Die erste Route w\u00fcrde \u00fcber Nebenstra\u00dfen und D\u00f6rfer f\u00fchren, am darauffolgenden Tag \u00fcber eine Autobahn.<\/p>\n<p>Wir fuhren so daher, als uns ein Herr von der Stra\u00dfe holte und uns aus seinem Garten einen Beutel Pfirsiche und Wasser gab. Ach so, mein grinsen, naja, war halt wieder oder doch immer noch da? \ud83d\ude00<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/img_20180617_110845_42188233654_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>\u00dcber zauberhafte Landschaften ging die Route, es war alles einfach so toll, es ist schwer so was in Worte zu fassen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/img_20180617_150026_42858195912_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060530_28037619657_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Dann machten wir kurz Rast als wenige Minuten darauf einige \u00e4ltere Herren sich auch auf die B\u00e4nke f\u00fcr den \u00c7ay setzten. Direkt unterhielten wir uns und bekamen ebenfalls \u00c7ay zu Trinken. Gl\u00fccklich fuhren wir weiter, bis wir uns dann bei Biga (nach 96 km) auf einer Weide breit machten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/img_20180618_065646_29034342608_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/p1060535_42857932612_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Sp\u00e4ter ging es dann auf die letzten ca. 70 km \u00fcber die Schnellstra\u00dfe Richtung Band\u0131rma, wo wir um 18:30 Uhr unsere F\u00e4hre nach Istanbul nehmen wollten. An einem Cafe wurden wir noch von einem US-Amerikanischen Radfahrer eingeladen. Wir hatten ein nettes Gespr\u00e4ch (mein Englisch MUSS bald mal besser werden, bl\u00f6d wenn man nicht alles sagen kann, was man will).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lukasadrian.net\/wp-content\/gallery\/11-turkey\/07b743fbca2e82b776b3c6555c44cc4b0_42031849325_o.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Es ging dann sp\u00e4ter auf die F\u00e4hre, dann nach Istanbul, wo mein Kollege Cem schon auf uns wartete.<\/p>\n<p>Es finden hier auch bald Wahlen statt. Immer wieder stehen plakatierte Autos mit sehr lauter Musik, die Texte \u00fcber ihre Politiker erhalten, Leute klatschen dabei, etc. Eben anders als in Deutschland.<br \/>\nDie Musik ist dabei wirklich sehr sehr laut und die Bassboxen kurz vorm kaputt gehen.<\/p>\n<p>Die erste Zeit in der T\u00fcrkei war f\u00fcr mich sensationell. Ich bin so was von begeistert, es freut mich hier einfach alles, die Menschen, Landschaften, St\u00e4dte, D\u00f6rfer, Kultur, Architektur, alles irgendwie. Ich bin echt froh hier zu sein. Aber ich habe nur einen Bruchteil gesehen. Die Vorstellung davon, was mich noch in Istanbul erwarten wird, haut mich richtig um. Meine Begeisterung wird immer gr\u00f6\u00dfer, einer der sch\u00f6nsten Orte, obwohl ich kein Stadtliebhaber bin.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mich tierisch auf die T\u00fcrkei gefreut und konnte es kaum erwarten. 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